Erfahrungsbericht: Hypnose gegen Skin-picking


K., 47, aus Stuttgart

 

Das Skin-picking begann bei mir mit ca. 14 Jahren, jetzt bin ich 47 Jahre alt. Ich habe schon an vielen Stellen versucht Hilfe zu bekommen, doch die Psychologen, Haus- und Hautärzte konnten bisher zu dem Thema wenig oder nichts beisteuern. Oft wurde man – was dieses Thema betrifft – ja mit offener Ratlosigkeit konfrontiert.

 

Ich will damit nicht die Kompetenz der Fachleute infrage stellen, denn mir wurde bei vielen anderen Dingen oft sehr kompetent geholfen. Hier in Stuttgart gibt es richtig tolle Ärzte und Therapeuten. Nur eben beim Skin Picking kennt sich noch keiner aus.

 

Schon seit langem wünsche ich mir, per Hypnose behandelt zu werden. Mir erschien es schon immer logisch, dass insbesondere das unbewusste Kratzen auf eine andere Art gar nicht angesprochen werden könne.

 

Erst durch die Kölner Selbsthilfegruppe fand ich endlich eine Hypnosetherapeutin, die sich mit Skin-picking auskennt und dieses behandelt (Ingrid Marondel, Leopoldshöhe). Ich habe bereits vier Sitzungen bei ihr wahrgenommen und möchte kurz eine erste Einschätzung abgeben. Frau Marondel ist eine sehr herzliche und einfühlsame Person. Ihre Hypnose bezieht sich zielgerichtet auf den Lebensweg des Klienten. Diese absolut individuellen Hypnosebehandlungen können aktuelle Probleme thematisieren, oder sich z.B. an die Selbstheilungskräfte des Körpers bzw. die Regenrationskräfte der Haut richten. Zusätzlich werden in einer Sitzung Gespräche geführt und manche Themen verhaltenstherapeutisch angegangen. Wichtig ist auch, dass ich die Stimme von Frau Marondel als sehr angenehm empfinde.

 

Vor jedem Termin hat sich Frau Marondel intensiv vorbereitet. Die Trance empfinde ich stets als überaus angenehm. Der Zustand ist für mich wie eine Mischung aus Zuversicht, Geborgenheit, kompletter Gelöstheit und einem inneren Gefühl von Freiheit. Dieses Gefühl kenne ich ansatzweise vom Autogenen Training, doch in der Trance ist es wesentlich intensiver. Nach einer Sitzung fühle ich mich so, als hätte ich drei Wochen sehr erholsamen Urlaub hinter mir. In der Trance bin ich im Dialog mit Frau Marondel und keineswegs irgendwie „weggetreten“.

 

Die Änderungen, die durch die Behandlung erfolgt sind, sind die Folgenden: Nach den ersten zwei Sitzungen war ich für vier Wochen fast beschwerdefrei. Ich habe meine Haut überhaupt gar nicht mehr nach Unebenheiten abgesucht und habe keinen einzigen neuen Pickel bearbeitet. Ich hatte in dem Zeitraum plötzlich auch erstaunlich wenig Pickel!

 

Das einzige was geblieben ist, war, dass ich alte, juckende Krüstchen gezielt aufgekratzt habe. Was aber noch viel wichtiger war: Ich fühlte mich seit langem endlich mal wieder wohl in meiner Haut. Meine Haut hat nicht mehr so gespannt und gejuckt und gepiekst. Sie war nicht mehr mein Feind, sondern mein Freund. Wenn ich vorher mit lauter Salben, Peelings, Cremes und dergleichen mehr oder weniger ratlos rumhantiert habe, so war dies plötzlich passé. Außer Duschen habe ich fast gar nichts mit der Haut gemacht, allenfalls einmal täglich, wenn überhaupt, eingecremt (vorher musste ich mich oft bis zu dreimal täglich eincremen, wegen dem Jucken).

 

Es war total toll. Leider ließ die Wirkung aber nach vier Wochen langsam nach. Die traurige Nachricht ist also die, dass man so etwas wie Skin Picking wohl nicht so hoppla hopp weghypnotisieren kann, zumindest nicht, wenn einen das Ganze, so wie mich, schon seit 30 Jahren begleitet. Die gute Nachricht ist allerdings die, dass ich überhaupt mal fühlen durfte, wie ein Leben ohne Skin Picking sein kann! Daher habe ich schon wieder zwei Sitzungen wahrgenommen und werde voraussichtlich noch weitere zwei bis vier Sitzungen in Anspruch nehmen. Danach hoffe ich, über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei zu sein.

 

(geschrieben im August 2013)


(c) skin-picking.de