Pflaster: Notwehr gegen Finger-Attacken


Herpes-Pach, Durchmesser etwa 1 cm
Herpes-Pach, Durchmesser etwa 1 cm

Teuer, aber hilfreich: Herpes-Patches sind kleine, runde Pflaster ohne Wundmull-Auflage. Wie ihre Bezeichnung schon verrät, werden sie eigentlich verwendet, um Herpes zu bekämpfen bzw. schon am Entstehen zu hindern. Gegen Herpes wirken die Patches, je früher man sie anwendet. Sie sollen die entstehende Stelle von Luftkontakt abschneiden. Ein Wirkstoff ist in den Patches nicht enthalten.

Man kann sie deshalb auch nutzen, um aufgekratze oder -gedrückte Stellen im Gesicht abzukleben. Denn sie sind so gut wie unsichtbar, eignen sich also hervorragend, wenn man seine Finger vom Knibbeln abhalten will, aber dennoch "unter Leute" gehen will, was man mit einem auffälligeren Pflaster vielleicht nicht tun würde. Mit etwas Vorsicht kann man sie auch überschminken (Achtung, dabei kein Makeup an die Ränder kommen lassen!).

Allerdings, eine Einschränkung gibt es (abgesehen vom Preis): Nicht verwenden sollte man die Herpes-Patches auf noch blutenden oder nässenden Stellen, denn ansonsten lösen sie sich rasch ab.

Es gibt die Patches in der Apotheke (Compeed, Hansaplast) oder in der Drogerie (Eigenprodukte der Drogerieketten).


Ergänzung: Mitglieder der Selbsthilfegruppe haben darauf hingewiesen, dass es in Drogerien (DM, Rossmann) inzwischen auch so genannte Anti-Pickel-Patches zum Lindern von Hautirritationen gibt. Sie sehen genauso aus wie die Herpes-Patches, enthalten als Wirkstoff aber Salizylsäure, die antibakteriell wirken und Unreinheiten austrocknen soll. Da diese Patches auch finanziell günstiger sind als die Herpes-Patches, ist das sicherlich einen Versuch wert.

Halb aufgeklebtes Herpes-Patch
Halb aufgeklebtes Herpes-Patch

So sieht es aus, wenn ein Herpes-Patch aufgeklebt ist. Die linke obere Seite ist schon festgeklebt, die rechte untere Seite nocht nicht (deshalb sieht man diesen Teil auch deutlicher).



Hydrokolloid-Pflaster für große Wundstellen
Hydrokolloid-Pflaster für große Wundstellen

Hydrokolloid-Pflaster haben ebenfalls keine Wundmull-Auflage, sondern eine feuchte Wundauflage. Denn bei diesem System ist es gerade Sinn der Sache, die Wunde in einem feuchten Klima abheilen zu lassen. Für Skin-picker sind Hydrokolloid-Pflaster empfehlenswert bei größeren Stellen, die immer wieder aufgekratzt werden. Zum Beispiel an den Armen, Beinen oder am Rücken. Sie decken die Wunde rundum ab, so dass man mit den Fingern nicht an den Schorf herankommt, ohne das Pflaster zu zerstören. Am besten lässt man ein Hydrokolloidflaster mehrere Tage drauf, damit die Haut Zeit (und Gelegenheit!) zum Abheilen hat. Es gibt sie zB von Hansaplast (Apotheke oder Drogeriemarkt) oder als Eigenmarken der großen Drogerieketten.