Abteilung steile Thesen: Typisch Skin Picker?


Hallo liebe/r Leser/in!

 

Hier folgt meine ultimativ subjektive Charakterisierung der typischen Skin Pickerin. Wie dieser Satz schon klarmacht, ist das erste Charakteristikum das weibliche Geschlecht. Männer tun so was nicht, oder? Doch, auch Männer sind betroffen, aber weitaus seltener als Frauen.

 

Was ich hier schildere, sind Beobachtungen, die ich im Kontakt mit anderen Betroffenen oft gemacht habe. Es treffen keinesfalls zwingend alle Charakteristika auf eine Person zu, so kann ein Skin Picker (männlich) in seiner Jugend ein wilder Rebell gewesen sein statt eines braven Jungen. Man muss auch keinesfalls in seiner Kindheit misshandelt oder gar missbraucht worden sein, um zum Skin Picker zu werden ... und so weiter. Aber gewisse Eigenschaften treten doch nach meinen Erfahrungen gehäuft auf.

 

Also, here goes:

 

Die typische Skin-pickerin ...

.... ist weiblich.

.... ist hübsch, hält sich aber für deutlich hässlicher als ihre Umwelt sie einschätzt.

.... ist gebildet: hat (Fach-)Abitur und studiert noch. Bzw. hat studiert oder sogar einen Doktortitel.

..... ist sensibler für feine „Schwingungen“, Stimmungen, Spannungen etc. als der angenommene Durchschnittsmensch.

.... kommt überwiegend aus einem (klein-)bürgerlichen Elternhaus.

.... hat oft strenge (intolerante) Eltern, die ein von ihnen abweichendes, alternatives Lebenskonzept nicht zulassen (Hinweis: auch „Alternative“ können in der Hinsicht intolerant sein ...).

.... ist oft eine „braves Kind“.


.... beginnt spätestens in der Pubertät (Akne), an ihrer Haut zu drücken, knibbeln und kratzen, hört aber leider als Erwachsene nicht damit auf.

.... pickt nicht nur an Gesicht und/oder Dekolleté, Nacken, Rücken, Armen, Beinen und/oder Bikinizone, sondern bearbeitet oft auch mindestens eine weitere Körperstelle: z.B. ihre Fingernägel, Nagelbetten, Kopfhaut, Haare, Wimpern, Brauen, Fußsohlen.

.... geht nur geschminkt aus dem Haus, auch wenn sie keine akuten Hautunreinheiten hat (über-angepasst).

 

.... hat oft eine akute oder in der Vergangenheit liegende (aber immer noch latente) Ess-Störung oder eine körperdysmorphe Störung.

.... wurde in ihrer Kindheit/Jugend misshandelt und/oder missbraucht/vernachlässigt/ zu sehr behütet.

.... hat Probleme, sich von ihrem Elternhaus abzunabeln und findet es schwer, selbständig und selbstverantwortlich zu leben.

.... hatte vielleicht eine schöne Kindheit, aber keine schöne Jugendzeit, d.h. hat die Privilegien der Jugend (Exzess, Ungebundenheit, Experimentieren in Liebesdingen) nie genossen und ausgekostet.

.... hatte kaum positive weibliche/männliche Rollen-Vorbilder.

.... hatte im engen Familienkreis oft jemanden, der entweder auch an seiner Haut herumdrückte oder der im weitesten Sinne mit einer Suchtproblematik zu tun hatte.

 

.... ist in dem, was sie kann, oft sehr gut. Erwartet von sich selbst aber immer 110 Prozent Leistung. Wenn etwas nicht perfekt ist, befindet sie es als überhaupt nicht gut. (Perfektionismus/Hochbegabung oder Over-achiever)

.... tendiert dazu, auch von anderen viel zu erwarten - obwohl sie weiß oder ahnt, dass ihre Anforderungen überzogen sind.

.... hat Angst, den Forderungen Anderer nicht gerecht werden zu können und hat daher auch Probleme, sich gegen (reale und angenommene) Forderungen von Anderen abzugrenzen („dünnhäutig“).

.... braucht häufig eine doppelte und dreifache Absicherung, um sich in einer Situation sicher zu fühlen.

.... ist selbst-unsicher, leicht aus dem inneren Gleichgewicht zu bringen.

.... neigt zu depressiven Verstimmungen bis hin zur manifesten Depression.

.... ist schüchtern, versteckt sich gern in ihrer Wohnung, wo sie aber wenig mit sich und ihrer Zeit anzufangen weiß und sich folglich oft langweilt. Weshalb sie das (berechtigte?) Gefühl beschleicht, das wahre Leben spiele da draußen und gehe an ihr vorbei (Sozialphobie).

 

.... neigt dazu, notwendige Aufgaben/Arbeiten vor sich her zu schieben (z.B. Bewerbungen schreiben, die Steuererklärung machen, die Wohnung/den Arbeitsplatz aufräumen, die Akten sortieren).

.... hat Angst, berufliche Anforderungen nicht erfüllen zu können,

.... hat Angst, vor den Anforderungen eines jeden neuen Tages zu kapitulieren, fühlt sich von dem Wust vor sich her geschobener, wartender Arbeit überfordert.

.... bleibt gern lange im Bett, um nicht so viele Stunden „füllen“ (gestalten) zu müssen. Bekommt aber wegen dieser ihrer „Faulheit“ direkt Gewissensbisse. Weshalb sie dann länger aufbleibt (bis 1 oder 2 Uhr früh) und am nächsten Morgen erneut später aufsteht ... usw.: Das endet letztlich in einer Verschiebung des Tag-/Nacht-Rhythmus.


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